Archiv für März 2012
Franz Hautzinger: Das Gegenteil vom Trompeten-Tütü
Franz Hautzingers Weg vom Musikantenstadl zur Avantgarde: Er könnte auch mit einem Luftballon Musik machen, aber zum Glück muss er nicht. Mit seinen Andeutungen, Antönungen, Anflügen revolutionierte Hautzinger nicht nur den Trompetenklang, sondern er fühlte sich auch noch als Trompeter, als ihn eine Lähmung der Oberlippe jahrzehntelang zwang, halbe Töne als Geschenk zu nehmen.
Wie hast du diese Lähmung in deiner Oberlippe bemerkt? Hast du dann plötzlich gar nicht mehr spielen können?
Meine Arbeit war das Trompete-Üben. Der Anfang vom Ende begann, als ich mit 18 Jahren zum Studium nach Graz kam und sah, dass man ordentlich üben muss. Wir haben den ganzen Tag und die ganze Nacht geübt und abends auch noch gespielt. Aus jetziger Sicht wäre es ganz einfach gewesen, mein Schicksal zu verändern, indem man mir beigebracht hätte, wie man Trompete spielt, wie das funktioniert. Es ist eine Technik, die für Kinder oder Jugendliche nicht schwer ist. Meine Lehrer sahen leider nicht, dass meine Atemtechnik völlig inexistent war. Drei Jahre lang spielte ich immer auf meiner Lippe. Und da ich sehr fleißig war, habe ich eben jeden Tag gespielt, bis kein Ton mehr heraus kam. Es gab einen Punkt, an dem ich im letzten Stück von einem Konzert auf der Bühne keinen Ton mehr herausbrachte. Ich dachte, die Trompete hat ein Loch. Irgendwo ist etwas kaputt. Bis ich merkte, dass die Lippe keine Spannung erzeugte. Bei Blechbläsern funktioniert das oft, dass man einen Tag weniger macht – im Winter sind die Muskeln nicht so aufgewärmt. Ich dachte, ich mache jetzt zwei Tage Pause, aber dann merkte ich, das geht nicht. Die Oberlippe war gelähmt. Ich mußte Konzerte absagen. Immer mehr wurde mir klar, das ist etwas Stärkeres, Größeres, was außerhalb meiner Vorstellungskraft liegt. Irgendwann mit 20, 21 Jahren war mir klar: Ich war einmal Trompeter.
Eyecatcher Boulevard-Medien
Reproduktion von Afrika-Bildern beim Festival „Ke Nako“:
Be-Bilderung, Standstills und Meinungs-Bild-ung: Wie reproduzierte das Festival „Ke Nako“ positive Afrika-Bilder, die aber gängigen Mechanismen folgen? Im folgenden Beitrag fordert die Autorin ein mutiges zeitgenössisches Afrikabild und die Abkehr von (Selbst-) Exotisierungen.
Zum Thema „Bilder“ ein kleines Coming-Out: Als ich vor kurzem zum ersten Mal in meinem Leben auf Krone-online landete, war ich äußerst erstaunt, wieviele kleine Bildchen sich am Cover, also auf der Startseite dieses beliebten österreichischen Boulevard-Mediums befinden. Ich suchte um die Bilder herum nach den Texten, den Artikeln zu den Fotos und konnte keine finden, bis mir jemand sagte, du mußt direkt auf die Bilder drauf klicken … Bilder und Fotos sind sehr wichtig, gerade in der unterbewussten Meinungs-bild-ung – diesen Umstand haben Boulevardmedien genau erkannt. Die so genannten „Qualitätsmedien“ berücksichtigen diese Erkenntnis aber eher nicht.