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Kampusch: Kleine Überlebens-Künstlerin
Natscha Kampuschs Buch über ihre Gefangenschaft und Folter ist wirklich erstaunlich. Denn es konzentriert sich auf die kleinen Strategien und Tricks, sich Tag für Tag beinahe künstlerische Ideen auszudenken, um sich selbst zu unterstützen. Denn die größte Gefahr angesichts eines übermächtigen Täters ist sicher, in die Selbst-Auflösung, die Selbst- auslöschung zu verfallen – sich als eigenständige Person aufzugeben und die herabwürdigenden und gemeinen Werte des Täters zu internalisieren.
„Heime heilen? Größter Quatsch!“
Diagnose “sozialer Milieuschaden”: Abstempelung wie gehabt
SS-Erzieher. Dass ehemalige SS-ler als Erzieher in dem Kinderheim am Wiener Wilhelminenberg gearbeitet haben, war, bevor mutige Opfer nun endlich an die Öffentlichkeit gingen, nicht bekannt. Genauso unbekannt ist, dass es bis Anfang der 70er Jahre, zumindest in Deutschland, noch „Flüchtlingslager“ aus dem Zweiten Weltkrieg gab, aus denen Kinder mit der Diagnose „sozialer Milieuschaden“ in Heime geschickt wurden. Der ehemalige Chefarzt der Suchtabteilung der Psychiatrie in Hamburg Ochsenzoll, Bert Kellermann, erinnert sich.
