Autorenarchiv

postheadericon Rufmord durch deutschen Blogger (in eigener Sache)

Momentan bin ich seit Tagen massiven, völlig unberechtigten, aus der Luft gegriffenen Angriffen eines deutschen Bloggers ausgesetzt, der mir Antisemitismus und Holocaust-Verharmlosung unterstellt.

Seitdem ich einen deutschen Blogger kritisierte, überzieht er meinen Namen mit Verleumdungen, ich wäre zum Beispiel eine Selektiererin ähnlich den Nazi-Mördern. Dieser Mann hatte auf einer öffentlichen Plattform einen Text publiziert, der von einer Collage gekrönt war, auf der das Gesicht einer jüdischen Wissenschaftlerin direkt neben dem eines Nazi-Massenmörders abgebildet war. Der Text dazu war noch viel schlimmer. Seit meinem Posting, dass er durch diese Gleichsetzung der jüdischen Frau mit dem Nazi-Mörder den Holocaust verharmlose, überzieht er meinen Namen mit einer Kampagne von Verleumdungen. Mein Name wird in direkter Verbindung mit dem Nazi-Aufruf „Kauft nicht bei Juden“ gestellt (im Titel und im Link), ich wäre ein „Blockwart“, er vergleicht mich sogar direkt mit den Nazimördern, die Menschen selektierten. Ich wäre eine „Israel-Hasserin“, weil ich ihm postete, dass Israel sich selber verteidigen kann und dass das Land seine Hilfe nicht brauche.

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postheadericon Geschichtsbild ohne Partisaninnen

Im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien werden keine Kompromisse möglich sein. Entweder wird ein Uniformen-Weltbild ohne Täter-Benennung fortgeführt, oder es muss neu aufgestellt werden. Auf der Tagung und Ausstellung „HGM neu denken“ gab es Anregungen.

Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien war in letzter Zeit öfters in den Schlagzeilen. Kriegsverherrlichung (etwa rechtsextreme Bücher und Wehrmachtspanzer-Spielzeug), Misswirtschaft – die Vorwürfe haben es in sich. Und wurden so laut, dass das Verteidigungsministerium diese durch Kommissionen prüfen lässt.
Mit „HGM neu denken“, einem eintägigen Tagungs- und Ausstellungsformat, widmeten sich die Autorin und Literaturwissenschafterin Elena Messner und der bildende Künstler und Filmemacher Nils Olger dem Problem. Die beiden beschäftigen sich schon lange mit dem HGM, nun luden sie WissenschaftlerInnen und Kunstschaffende zur ersten breiten Diskussion zur Frage, wie ein zeitgenössisches, kritisches Museum heute aussehen könnte.

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postheadericon Banana Split und keine Angst

Comic Strips mit Superheldinnen, Karikaturen über Künstler oder Zeichnungen aus dem Lager Blechhammer: Das Museum Judenplatz zeigt künstlerische Überlebens-Strategien.

Paul Peter Porges, Anschluss Heldenplatz (c) Jüdisches Museum Wien

Ein Sigmund Freud mit großer Brille über einem bunten Teil hängend, das einer Blumenschale ähnlich sieht. Titel: „Dr. S. Freud kostet seinen ersten Banana-Split“. In Amerika! Ein Psychoanalytiker, der sagt „It’s perfectly alright to be a swine.“ Auf dem Sofa liegt (erraten): ein Schwein. Der Zeichner Peter Paul Porges aus Wien Fünfhaus (mit zwölf Jahren auf den Kindertransport) dachte, wenn er bei einer New Yorker Zeitung arbeite, dürfe er endlich Zeichnungen erstellen, um „Leute zu erziehen“. Doch er durfte nicht: „Du musst die Leute so dumm wie möglich lassen, um etwas mit ihnen anfangen zu können – sie zu benutzen“, ist sein Fazit im Filminterview. Er amüsierte sich aber trotzdem prächtig. Das Museum am Judenplatz zeigt bis 17. November 2019 drei KünstlerInnen, die, den Nazis entkommen, ihre ganz eigenen Vorstellungen und Interpretationen des amerikanischen Lebensstils vor ihrer Nase abbildeten. Doch „das Deutsche“ bleibt trotz Flucht in den Zeichnungen. „Less Sturm! Less Drang! Less Punk“, kommentiert zum Beispiel eine Mutter zu ihrem übertrieben übenden Kind am Klavier. Oder: „Sie haben eine Lebensmittel-Vergiftung“, sagt ein Arzt zu einem im Bett liegenden Künstler. Über dem Kranken hängen gemalte, überdimensionale Zitronen, Zwiebel, Fische an der Wand…

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postheadericon „In Schönbrunn durfte man nicht hausieren“

Flammender Flaschenbaum, Fischschwanzpalme, Sauersack aus Südmexiko: Anlässlich von „100 Jahre Gärten der Republik“ führte ein Bundesgärtner durch das Palmenhaus in Schönbrunn.

Fotos: Lisbeth Kovacic

 

„Der Burggarten mit seinem ersten Glashausbau, dem Remyschen Glashaus, war erst nur für die Kaiserfamilie bestimmt und zeigte Pflanzen aus der ganzen Welt, die extra aus anderen Kontinenten importiert wurden und die in Europa erstmals von Menschen gesehen wurden“, erzählt Bundesgärtner Daniel Rohrauer. Auf verwunderte Blicke des Publikums folgt der Nachsatz des Gärtners: „Als Mensch hat damals nur der Europäer gegolten.“

1901/02 wurde das sogenannte Remy’sche Glashaus, benannt nach dem Architekten Ludwig Gabriel von Remy, durch ein neues ersetzt. Die Umbauten im Burggarten in dieser Phase seien durch Otto Wagner inspiriert worden, das hätten neue Archivrecherchen ergeben, so der Gärtner. Fix ist, dass Hofgärtner Vetter 1864 nach Sizilien gefahren ist und von einer Sammelreise mit 223 neuen Zitronenbäumchen zurückgekehrt ist, von denen sind heute noch 46 am Leben. Oder die Azaleen wurden aus dem Züchtungszentrum Sachsen importiert, der saure Torf-Boden dazu aus dem ganzen Kaiserreich.

Eine gute Schnurre gibt es auch zu erzählen: Nach dem Zweiten Weltkrieg sollen die Gärtner_innen nur noch mit Helm ins Palmenhaus im Burggarten gegangen sein – bis zum Einsturz der Reichsbrücke. Der Auslöser dafür, das Palmenhaus wegen Statik-Problemen zuzusperren. Als Ausweichquartier diente das frühere Sonnenuhrhaus (und heutige Wüstenhaus) in Schönbrunn. Das Palmenhaus im Burggarten wurde 1990 wieder eröffnet, somit konnten die Schmetterlinge im freigewordenen Sonnenuhrhaus in Schönbrunn Platz finden. Dort blieben sie acht Jahre, bis das Schmetterlinghaus in den Burggarten übersiedelt wurde, wo es sich nach wie vor befindet.

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postheadericon Wer aufmuckt, hat verloren

Die Anarchie scheint dahin, ebenso wie das Lustige, Rebellische, Revolutionäre – der Flohmarkt ist kein Volksfest mehr. Auf dem Wiener Naschmarkt wird mit Polizei und Marktamtangestellten schon um zwei Uhr ein Frühschluss durchgesetzt – mit gravierenden Folgen. Ein Besuch.

Die Leichtigkeit ist dahin. Kaum haben die Standler aufgebaut, könnten sie schon wieder abbauen. Jedes Glas einzeln in Zeitungspapier einwickeln. „Es gibt ein Gesetz“, sagt ein rotgewandeter Markt-Beamter. „Eine Verordnung“, verbessert ein anderer. „Das hat der Gemeinderat so beschlossen.“ Das Marktamt beruft sich auf die Politiker, Besucher berufen sich auf die Menschlichkeit und das Gemeinschaftsgefühl. Die gefühlte Gesellschaft, das Gemeinsame. Doch das Lustige, Rebellische, Revolutionäre, das scheint dahin.

„Ich habe die Baupläne gesehen“, behauptet ein flotter Kaffeehauspächter, der aufhören wird. „Die wollen auf längere Sicht den Restaurantnaschmarkt ausbauen!“ Auf Nachfrage meint er, dass das Parkplatz-Areal, auf dem der Flohmarkt stattfindet, mehreren Bezirken gehört, und er die Bebauungspläne auf einer Internet-Seite des Bezirks Margareten gefunden habe. Und weg ist er. Zwei kleine Braune und einen frischen Aschenbecher bringen.

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