Artikel-Schlagworte: „Museum“

postheadericon Glasscheiben zwischen zwei Welten

Von Geldspezialisten und Affen in Frankfurt am Main. Das Frankfurter Leben kreist um den Main. Auf der einen Flussseite die «Dippesmess», ein Jahrmarkt mit Riesenrad und Apfelwein, auf der anderen die Museen am Schaumainkai. Ein Rundgang.

 

Fünf Banker sitzen auf einer Holzbank vor einem schicken veganen Laden und schauen in ihre Salatschüsseln. Eng aneinander gedrängt wie Vögel auf der Stange, in ihren typischen, zu kleinen blauen Sakkos. Davor ein Obdachloser, der sich aus einem Mistkübel Reste angelt. Wenn man dem Obdachlosen Essen in die Hand drückt, sperren die Banker Augen und Münder auf, überraschter als der wilde Mann mit dem roten Bart. Als ob es unsichtbare Glasscheiben zwischen den zwei Welten gäbe: Banker und Obdachlose – die ignorieren sich nicht einmal, würde man in Österreich sagen. Leben aber nebeneinander her, ihre Wege kreuzen sich ständig.

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postheadericon „Die Pflicht der öffentlichen Gewalten“

Wiener Ringstraßen-Ausstellung zu Pracht und Elend: Für in Wien nicht heimatberechtigte Personen war im ausgehenden 19. Jahrhundert die öffentliche Armenfürsorge nicht zuständig. Das traf auf siebzig Prozent der über 70.000 in Wien lebenden Juden zu, die nach der Gewährung der Freizügigkeit im Jahre 1867 aus allen Teilen der Monarchie als Arbeitssuchende nach Wien gezogen waren. Die Wiener Bevölkerung hatte sich in einem halben Jahrhundert vervierfacht. Alle diese Menschen waren auf private Wohltätigkeit angewiesen, Bedürftigen sollten aber „die demütigenden Almosen“ erspart bleiben, „Hilfe zur Selbsthilfe“ war das Motto, ist in der Ausstellung „Ringstraße. Ein jüdischer Boulevard“ im Wiener jüdischen Museum zu lesen.

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postheadericon Dabernig: Die Leere rocken

Der Bildhauer, Filmemacher und multimediale Künstler Josef Dabernig im mumok: Nach Jahrzehnten voll komplizierter Zahlenkunst drehte Josef Dabernig Filme mit sehr persönlichem Zugang. Humor, sagt er, sei ein „Selbstbehauptungs-Vehikel“ in disziplinierenden Strukturen.

Josef Dabernig

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postheadericon Sauls Leuchtkasten – Ein Nachruf auf Saul Leiter

Saul Leitner - Walking - 1956

Saul Leitner – Walking – 1956

Der Fotograf, der als erster die künstlerische Farbfotografie entdeckte und mit den Farben des Lebens Schatten und Silhouetten malte, ist tot. Saul Leiter wandert nicht mehr jeden Tag im New Yorker East Village durch die Straßen, auf der Suche nach „Bruchstücken von Erinnerungen“.

 

„Ich mag es, wenn man nicht sicher ist, was man sieht“, sagte der New Yorker Fotograf Saul Leiter einmal. „Wenn man nicht weiss, warum der Fotograf ein Bild gemacht hat und wir nicht wissen, warum wir es anschauen, so entdecken wir plötzlich, dass wir mit dem Sehen beginnen. Diese Verwirrung mag ich.“ Wenn man 2012 aus der großen Saul Leiter-Ausstellung im Wiener Kunsthaus mit seinem unebenen Boden ins Schneetreiben heraus kam, merkte man, was Leiter meinte, seine Fotos wirken nach, man schaut anders und sieht plötzlich überall „coloured pictures“. Fahrräder unter Schneehauben, das schräge Licht eines Scheinwerfers – man klickt plötzlich selber Leiter-Fotos im Kopf.

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postheadericon Köb und Schafhausen: Urbanität braucht Brachland

Stadtentwicklungs-Flächen und Kunst – am Beispiel Hauptbahnhof. Der eine fliegt gerade nach Mexiko, der andere eröffnet die Ausstellung „Das Wunder des Lebens“: Die beiden Museumsdirektoren Edelbert Köb (Ex-MUMOK) und Nicolaus Schafhausen (Kunsthalle Wien) im Interview über Wiener Stadtplanung und was Museumsdirektor_innen so alles im öffentlichen Raum suchen würden. Köb: „Da verlangen Sie ja Kulturpolitik!“

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